Der Sommerabend über dem Papstfeld begann unscheinbar, ein weiter Himmel, ein goldener Streifen über den Bäumen, das Rascheln der Wiese. Doch schon beim Ankommen war spürbar, dass hier etwas entstehen würde, das man nicht einfach „Event“ nennen kann. Es war ein Zusammenkommen, ein Lauschen, ein gemeinsames Atmen.
„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Erde verkündet seiner Hände Werk.“ (Psalm 19,2)
Menschen breiteten Decken aus und ließen die Schultern sinken. Die Instrumente, Gongs, Klangschalen, Handpan, standen bereit wie stille Begleiter, die nur darauf warteten, den Abend zu öffnen.
Klang, der den Raum verändert
Marika und Claudia führten durch den Abend, ohne viele Worte. Die Klänge übernahmen die Sprache: Die Handpan, die wie ein Horizont klingt. Die Schalen, die feine Linien in die Luft zeichnen. Der Gong, der das Feld erdet. Die Stimmung war dicht und gleichzeitig weit, ein Gefühl, als würde der Platz selbst zuhören. Ein kurzes Gedicht, leise, klar gesprochen erzählte von der Offenheit des Abends. Ein paar Zeilen, die nicht laut sein mussten, um gehört zu werden.
Ein Moment, den niemand geplant hatte
Mitten in diese Ruhe mischte sich plötzlich ein anderes Geräusch: Sirenen. Die Feuerwehr rückte aus, am Lagerfeuerplatzl im Aubach sah man ein Feuer. Für einen Augenblick hielt der Abend den Atem an. Doch die Menschen blieben ruhig. Die Klänge blieben klar. Der Abend hielt beides.
Ein Feld, das trägt
Die Weite kehret zurück. Vielleicht sogar tiefer als zuvor. Die letzten Töne schwebten in den Himmel, das Licht wurde violett, und über dem Papstfeld entstand dieser besondere Moment, den man nur schwer in Worte fasst: Ein Gefühl von Gemeinschaft, von Erdung, von „Wir sind hier“. Die Menschen blieben noch sitzen. Manche sprachen leise, andere schwiegen. Der Nach(t)Klang hallte nach, nicht nur im Ohr, sondern im ganzen Körper.




