Es war ein Abend, der nicht einfach stattfand, sondern geschah – wie Wetter, wie Atem, wie ein leiser Riss im Alltag, durch den plötzlich etwas Größeres hereinscheint. Der letzte Nach(t)Klang verwandelte den Raum in ein lebendiges Gesicht der Elemente: Regen, Donner, Blitz und Sonnenschein wurden nicht beschrieben, sondern hörbar, spürbar, atmend.
Schon die ersten Töne des Saxophons von Jessica Rinner öffneten eine Landschaft, in der sich Klang und Gefühl berührten. Dominik Mathes ließ mit seiner Percussion das Wetter wandern – mal zart wie ein erster Tropfen, mal vibrierend wie ein fernes Grollen. Die Klangschalen von Elise Schmid schufen einen Horizont aus Schwingung, der sich wie Licht über alles legte. Und der Gong von Claudia Schmid war das tiefe, uralte Herz der Erde, das in jedem Körper weiterklang.
Zwischen diesen Klängen stand das Gedicht „Das Gesicht der Elemente“ geschrieben von Claudia Schmid, gelesen von Luisa Schmid. Worte, die nicht nur gehört, sondern erlebt wurden.
Worte, die Hiob in Erinnerung riefen: jenes uralte Gespräch zwischen Mensch und Natur, in dem die Natur nicht Kulisse ist, sondern Gegenüber. Lehrend. Mahnend. Tröstend.
Hiob
Die Natur spricht.
Die Natur Lehrt.
Die Natur ein lebendiges Gegenüber
Der Abend war spannend, prickelnd, anders und zugleich tragend wie ein warmer Mantel. Alle Mitwirkenden strahlten eine Ruhe aus, die sich wie ein stiller Strom durch den Raum bewegte und jede Person erreichte.
Besonders berührend war die Rückmeldung einer Teilnehmerin: Trotz ihres Tinnitus konnte sie sich in dieser Stunde zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig entspannen. Ein Moment, der zeigt, was Klang kann, wenn er nicht nur gespielt, sondern geteilt wird.
So wurde dieser Nach(t)Klang zu einem letzten Aufleuchten, ein Abend, an dem die Elemente ein Gesicht bekamen und die Menschen im Raum ein Stück davon mit nach Hause nahmen.


